Fachkräftemangel im Handwerk und der Industrie – Der umfassende Leitfaden für Unternehmen

Aktualisiert: vor 2 Tagen
👷 Teil unserer Wissensreihe „Fachkräfte & Gewerke“
Der Fachkräftemangel – ein Begriff, der gefühlt schon längst zum Wort des Jahres hätte gekürt werden können, so oft hat man ihn bereits gehört. Unzählige Berichte, Studien und Unternehmensbefragungen wurden zu diesem Thema in den letzten Jahren erstellt. Man hört das Schlagwort „Fachkräftemangel“ seit Jahren und mittlerweile wirkt es beinahe abgenutzt – doch die aktuellen Zahlen belegen, dass das Problem alles andere als veraltet ist. Ganz im Gegenteil, die traurige Wahrheit ist, dass der Fachkräftemangel akuter ist denn je. Vor allem im Handwerk und in technischen Berufen sind die Auswirkungen von fehlendem Personal stark zu spüren.
Der sogenannte Fachkräfteradar der Wirtschaftskammer Österreich hat im August 2026 aktuelle Zahlen veröffentlicht und die Ergebnisse sind erschreckend:
78 % der österreichischen Unternehmen sind vom Fachkräftemangel betroffen
rund 155.000 Fachkräfte werden allein in Österreich benötigt
📚 Den ausführlichen Bericht der WKO finden Sie hier: https://www.wko.at/fachkraefte/fachkraefteradar
Und wie sieht es bei unseren Nachbarn in Deutschland aus? Auch hier hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) des Instituts der deutschen Wirtschaft klare Mängel aufgedeckt. Der Fachkräftereport vom Juli 2026 zeigt klar, dass der Fachkräftemangel (vor allem im Handwerk) hoch bleibt. Im Jahr 2025 konnten knapp 100.000 offene Stellen in Handwerksberufen rechnerisch nicht besetzt werden. Von 115 untersuchten Handwerksberufen bestanden in 59 Berufen Fachkräfteengpässe – also in mehr als jedem zweiten.
📚 Daten & Fakten finden Sie auf der offiziellen Website der KOFA: https://www.kofa.de/daten-und-fakten/studien/handwerk-ausbildung-zwischen-krise-und-renaissance
Der Mangel betrifft eben nicht nur die Pflege oder Gastronomie, die in den Medien oft sehr präsent sind und über die viel öffentlich gesprochen wird. Gerade im Handwerk und in der Industrie fehlt es vor allem an qualifizierten Fachkräften. Für Unternehmen ist es daher zunehmend schwieriger geworden, sämtliche Kapazitäten durch eigenes Personal abzudecken. Qualifizierte Subunternehmen können dank eingespielter Montageteams oft sehr kurzfristig aushelfen und Auftragsspitzen abdecken oder einfach dort einspringen, wo aktuell kein Personal zu finden ist.
Doch welche Fachkräfte werden aktuell besonders benötigt? Wann lohnt sich der Einsatz externer Montageteams und worauf sollten Auftraggeber bei der Auswahl achten?
Inhaltsverzeichnis
Fachkräftemangel in Handwerk und Industrie – eine Herausforderung für Unternehmen
Welche Fachkräfte und Gewerke werden bei Industrie- und Montageprojekten benötigt?
Internationale Fachkräfte erweitern den verfügbaren Fachkräftepool
Fazit: Der Fachkräftebedarf der Zukunft – Spezialisierung wird immer wichtiger

Fachkräftemangel in Handwerk und Industrie – eine Herausforderung für Unternehmen
Egal wo in Europa man hinschaut, der Fachkräftemangel betrifft vor allem das Handwerk und die Industrie besonders stark. Die Auswirkungen für Unternehmen sind überall spürbar. Offene Stellen bleiben oft über Monate unbesetzt. Die vorhandenen Mitarbeiter müssen einspringen und teilweise an ihre Grenzen gehen, um die zusätzliche Arbeitslast abzufangen und abdecken zu können. Immer mehr Unternehmen lehnen Aufträge oder Projekte ab, da diese mit den vorhandenen Ressourcen nicht durchführbar sind. Projektstarts und Deadlines werden nach hinten geschoben, Fertigstellungen verzögern sich und in einigen Fällen müssen sogar erhebliche Pönalzahlungen aufgrund von Verspätungen hingenommen werden. Vor allem, wenn sehr kurzfristig ein erhöhter Bedarf besteht, werden Personalplaner an ihre Grenzen gebracht.
Denn nicht jeder Kapazitätsengpass ist allein dem Fachkräftemangel geschuldet. Saisonale Schwankungen, Auftragsspitzen, Urlaubszeiten, Personalausfälle oder Großprojekte spielen hier ebenfalls eine große Rolle. Da die eigenen Personalressourcen oft nicht mehr ausreichen, muss nach anderen Lösungen gesucht werden.
👉 Lesetipp: Welche Berufe derzeit besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen sind, zeigen wir ausführlich in unserem Beitrag „Fachkräftemangel 2026: Diese Berufe sind aktuell am schwersten zu besetzen“.
Externe Montageteams und Subunternehmen als flexible Lösung
Bereits zu Beginn des Artikels haben die Zahlen und Fakten der Wirtschaftskammern und Wirtschaftsinstitute belegt, dass aktuell tausende Stellen unbesetzt sind. Wie soll also die Personallücke geschlossen werden? Die gute Nachricht ist, dass nicht jeder Personalbedarf durch Neueinstellungen gelöst werden muss. Es heißt also nicht automatisch, dass zusätzliches Personal – das ohnehin schwer bis kaum zu finden ist – eingestellt werden muss. Vor allem da erhöhter Personalbedarf häufig nur projektbezogen oder vorübergehend ist, würde das Recruiting teilweise länger dauern als der eigentliche Engpass. Wenn es wichtig ist, flexibel agieren zu können, kommen spezialisierte Subunternehmen ins Spiel.
Qualifizierte Subunternehmen stellen nicht einfach nur „zusätzliche Hände“ zur Verfügung, die erst wieder eingeschult und lange begleitet werden müssen. Ein Subunternehmen übernimmt einen klar definierten Leistungsumfang im Rahmen eines Werkvertrags. Je nach Projekt können bereits gut eingespielte Teams eingesetzt werden, die genau wissen, was zu tun ist und wo jeder Handgriff sitzt. Außerdem haben Auftraggeber so die Möglichkeit, gewisse Spezialkenntnisse extern abzudecken, sofern ihr eigenes Unternehmen gewisse Leistungen nicht anbietet.
Eigener Personalaufbau oder Subunternehmen?
Eigener Personalaufbau | Einsatz eines Subunternehmens |
Bei langfristigem, dauerhaftem Bedarf | Bei projektbezogenem oder vorübergehendem Bedarf |
Recruiting & HR | Externe Kapazitäten |
Einschulung, Einarbeitung neuer Mitarbeiter | Eingespielte Teams die schnell eingesetzt werden können |
Aufbau interner Kompetenzen und Kapazitäten | Externe Spezialkenntnisse für bestimmte Leistungen |
Langfristige Erweiterung des Teams | Flexible Erweiterung der Kapazitäten |
💡 Wichtig: Der Einsatz eines Subunternehmens ist nicht mit der Bereitstellung von Arbeitskräften oder Leiharbeitern gleichzusetzen. Entscheidend ist, dass der Einsatz im Rahmen eines Werkvertrags erfolgt. Subunternehmen erbringen eine vertraglich definierte Leistung selbstständig und dürfen nicht wie eigene Arbeitnehmer in den Betrieb des Auftraggebers eingegliedert werden.
👉 Lesetipp: Unser Artikel „Werkvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung – die wichtigsten Unterschiede für Unternehmen“ aus unserer Wissensreihe Recht & Compliance erklärt genau, was hier rechtlich zu beachten ist und wo die Unterschiede liegen.
Welche Fachkräfte und Gewerke werden bei Industrie- und Montageprojekten benötigt?
Fachkraft ist nicht gleich Fachkraft. Genauso wie jedes Projekt neue und einzigartige Herausforderungen mit sich bringt, muss auch der Personalbedarf spezifisch geplant und abgedeckt werden. Nicht bei jedem Montageprojekt sind dieselben Qualifikationen gefragt. Deshalb ist es umso wichtiger, bereits bei der Projektplanung so klar wie möglich zu definieren, welche konkreten Tätigkeiten ausgeführt werden müssen und welche Kenntnisse dafür notwendig sind. Die Berufsbezeichnung alleine reicht hierfür nicht aus. Beispielsweise einfach einen „Elektriker“ zu bestellen, wenn Sie eine Industrieanlage verkabeln wollen, reicht nicht aus. Allein im Elektrobereich gibt es zahlreiche Richtungen und Spezialisierungen – vom Betriebselektriker über den Gebäudeelektriker bis hin zum Automatisierungs- und Schaltschranktechniker. Ein Elektriker, der zwar jahrelange Erfahrung in der Gebäudeinstallation hat, bringt nicht automatisch die erforderlichen Kenntnisse für die Verkabelung komplexer Industrieanlagen mit. Ein Schweißer kann wiederum nicht automatisch mit jedem Schweißverfahren umgehen. Und das waren nur zwei Beispiele von vielen. Je genauer die Tätigkeiten und der erforderliche Leistungsumfang definiert werden, desto besser kann die passende Fachkraft für das jeweilige Projekt ausgewählt werden.
Bei Montageteams kommt zusätzlich zur passenden Qualifikation auch die richtige Zusammensetzung des Teams ins Spiel. Ein Team besteht nicht immer aus Fachkräften mit identischen Qualifikationen – es kann auch gezielt aus Fachkräften mit unterschiedlichen Qualifikationen zusammengestellt werden, passend zum jeweiligen Projektbedarf. Oft wird beispielsweise ein Vorarbeiter benötigt, der den Überblick behält und das Team anleitet und die verschiedenen Tätigkeiten koordiniert, damit auf der Baustelle alles reibungslos läuft.
„Wir brauchen fünf Leute“ reicht somit nicht aus – die richtige Frage sollte vielmehr lauten: „Welche fünf Fachkräfte mit welchen spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen brauchen wir?“
Elektriker und Elektrofachkräfte
Elektriker gehören zu den am meisten gefragten Fachkräften bei Industrie- und Montageprojekten. Typische Einsatzbereiche sind unter anderem:
- Elektroinstallationen im Industrie- und Gewerbebereich
- Anlageninstallationen
- Verkabelungsarbeiten
- Schaltschrankbau
- Gebäude- und Betriebstechnik
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Wartung & Instandhaltung
Die Erfahrung hat auch gezeigt, dass neben der Ausbildung vor allem die praktische Projekterfahrung sehr wichtig ist. Vor einigen Jahrzehnten war der Elektrikerberuf noch ein beliebter Ausbildungsweg, den damals viele junge Menschen ergriffen haben. Viele der damaligen Fachkräfte haben eine recht allgemeine Elektroausbildung absolviert und sich erst später im Laufe ihrer Berufslaufbahn auf einen bestimmten Bereich spezialisiert. Durch jahrelange einschlägige Berufserfahrung konnten sie dort wertvolle zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Daher sagt der Fachbrief alleine oft nur wenig über die tatsächliche Qualifikation und Erfahrung einer Fachkraft aus.
👉 Lesetipp: Sie benötigen qualifizierte Elektrofachkräfte für Ihr Projekt? In unserem Beitrag „Elektriker gesucht? So finden Unternehmen kurzfristig qualifizierte Fachkräfte“ erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl geeigneter Elektriker ankommt.
HKLS-Fachkräfte und Installateure
HKLS steht für Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär und ist, wie schon der Name vermuten lässt, ein sehr breit gefächerter Ausbildungsberuf. Obwohl oft nur „Installateure“ angefragt werden, können oft ganz unterschiedliche Kenntnisse notwendig sein. Typische Einsatzbereiche sind unter anderem:
- Installation und Wartung von Heizungen
- Rohrleitungsbau und Rohrmontage
- Sanitärinstallationen
- Lüftungs- und Klimatechnik
- Anlagentechnik
- Wartung, Instandhaltung und Sanierung bestehender Anlagen
Auch hier zeigt sich wieder, dass beispielsweise ein Installateur, der jahrelang hauptsächlich Sanitärinstallationen in Wohnhäusern durchgeführt hat, nicht automatisch die richtige Fachkraft für eine große Industrieanlage ist. Entscheidend ist wieder nicht alleine die Berufsbezeichnung, sondern vor allem, in welchem Bereich Erfahrung und praktische Fähigkeiten gesammelt wurden.
👉 Lesetipp: Welche Qualifikationen bei HKLS-Projekten gefragt sind und worauf Unternehmen bei der Suche achten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag „Installateure gesucht? So finden Unternehmen schnell qualifizierte HKLS-Fachkräfte“.
Schweißer für Industrie- und Montageprojekte
Bei kaum einem anderen Gewerk ist es so wichtig, die genauen Anforderungen vor Projektbeginn zu definieren – denn bei Schweißern gibt es viele unterschiedliche Richtungen. Entscheidend sind unter anderem:
- Schweißverfahren
- Materialstärke
- Werkstoff
- Schweißposition
- Schweißer-Zertifikat
Zur besseren Übersicht finden Sie hier die Tabelle mit den gängigsten Schweißverfahren:
Schweißverfahren | Wann verwendet? | Typische Einsatzbereiche |
WIG (Wolfram-Inertgas) | Für präzise, optisch saubere Schweißnähte bei höchsten Qualitätsanforderungen. | Rohrleitungsbau, Anlagenbau, Edelstahlverarbeitung |
MAG (Metall-Aktivgas) | Für schnelles, kosteneffizientes und wirtschaftliches Schweißen von Stahl. | Stahlbau, Metallbau, Maschinenbau |
MIG (Metall-Inertgas) | Speziell für Nichteisenmetalle wie Aluminium oder Kupfer. | Fahrzeugbau, Maschinenbau, Metallverarbeitung |
E-Hand (Lichtbogenhandschweißen) | Flexibel und robust; funktioniert windunabhängig ohne externes Schutzgas. | Baustellenmontage, Stahlbau, Arbeiten im Freien |
👉 In unserem Fachartikel „Schweißer für Industrieprojekte: Welche Qualifikationen und Schweißverfahren sind entscheidend?“ erfahren Sie, worauf Unternehmen bei der Auswahl qualifizierter Schweißer achten sollten und welches Schweißverfahren sich für welches Projekt eignet.
Schlosser und Metallbauer
Die Begriffe „Schlosser“ und „Metallbauer“ werden oft synonym verwendet, dabei können hiermit ganz unterschiedliche Tätigkeitsbereiche gemeint sein. Mittlerweile ist „Schlosser“ in Deutschland kein offizieller Ausbildungsberuf mehr – die entsprechenden Tätigkeitsbereiche finden sich heute in verschiedenen Metallberufen wieder. Im Baustellenalltag ist die Bezeichnung „Schlosser“ jedoch nach wie vor weit verbreitet. Typische Einsatzbereiche sind unter anderem:
- Montage von Stahl- und Metallkonstruktionen
- Montage von Geländern, Treppen, Bühnen und Unterkonstruktionen
- Bearbeitung und Anpassung von Metallbauteilen
- Bohren, Dübeln, Messen und Dokumentieren
- Kleinere Schweiß- und Heftarbeiten
Während Metallbauer häufig auf die Herstellung, Bearbeitung und Montage von Metall- und Stahlkonstruktionen spezialisiert sind, wird der Begriff „Schlosser“ im Projektgeschäft oft breiter für Fachkräfte verwendet, die Montage-, Anpassungs- und Metallarbeiten direkt auf der Baustelle übernehmen.
Anlagenbau
Der Anlagenbau ist ein besonders vielfältiger Bereich. Entsprechend vielfältig sind auch die Fachkräfte im Anlagenbau. Hier kommt es meist darauf an, ob eine neue Industrieanlage errichtet wird oder ob eine bestehende Anlage erweitert, umgebaut oder demontiert wird. Je nachdem können Industriemechaniker, Anlagenbauer oder Wartungsspezialisten gefragt sein. Was jedoch alle guten Fachkräfte im Anlagenbau mit sich bringen sollten, ist ein hohes technisches Verständnis, da viele Komponenten exakt zusammenspielen müssen, damit alles reibungslos läuft. Bei größeren Anlagen kann es auch erforderlich sein, dass verschiedene Spezialisten innerhalb eines Montageteams eng und präzise zusammenarbeiten. Typische Tätigkeiten im Anlagenbau sind beispielsweise:
Aufbau und Montage von Industrieanlagen
Montage und Demontage von Maschinen
Umbau und Erweiterung bestehender Anlagen
Montage, Ausrichtung und Befestigung von Komponenten
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten
Monteure im Metall-, Hallen- und Fensterbau
Die Bezeichnung „Monteur“ ist eine häufig verwendete, jedoch sehr breit gefächerte Jobbezeichnung. Hier kommt es in erster Linie darauf an, was montiert werden soll. Ein erfahrener Fenstermonteur bringt nicht automatisch auch Erfahrung in der Hallenmontage mit – und umgekehrt. Hier kommt es somit auf die praktische Erfahrung und entsprechende Fachkenntnisse an. Bevor Sie einfach einen „Monteur“ bestellen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen und die Anforderungen klar weitergeben:
Bauteile – WAS wird montiert? Was soll konkret montiert werden? Handelt es sich zum Beispiel um Fenster, Türen, Fassaden oder Trapezbleche?
Montageart – WIE wird montiert? Wie soll die Leistung konkret durchgeführt werden? Muss gemessen, gebohrt, gedübelt, verschraubt oder eventuell sogar geschweißt werden? Welche Montagesysteme kommen zum Einsatz?
Baustellenbedingungen – WO wird montiert? Wird beispielsweise in großer Höhe, auf einem Dach oder im Innen- oder Außenbereich gearbeitet? Werden für die Montage spezielle Geräte wie Hebebühne oder Kräne benötigt?
Produktionsmitarbeiter und Fachkräfte für die Fertigung
In der Produktion hängen die Anforderungen stark vom Produkt, dem Fertigungsprozess und den eingesetzten Maschinen ab. Das Spektrum reicht von eher standardisierten Tätigkeiten, die man oft schon nach kurzer Einschulung beherrscht, bis hin zu komplexen Aufgaben, für die ein hohes technisches Verständnis erforderlich ist. Deshalb muss auch hier wieder klar definiert werden, welcher Produktions- bzw. Fertigungsschritt übernommen werden soll. Zwar unterscheiden sich die spezifischen Tätigkeiten von Unternehmen zu Unternehmen stark, jedoch ist eine Erfahrung mit vergleichbaren Materialien oder Maschinen ein enormer Vorteil. Typische Tätigkeiten sind beispielsweise:
· Montage und Zusammenbau von Bauteilen
· Metallbearbeitung und Fertigung
· Maschinenbedienung
· Qualitätskontrolle
· Nachbearbeitung gefertigter Bauteile
Internationale Fachkräfte erweitern den verfügbaren Fachkräftepool
Unternehmen versuchen natürlich stets die heimische Wirtschaft zu stärken und suchen zunächst ausschließlich am heimischen Markt nach passendem Personal. Gerade bei technischen Fachkräften ist das Angebot am deutschen und österreichischen Markt jedoch oft begrenzt.
Der europäische Binnenmarkt öffnet hier jedoch einen wesentlich größeren Pool an Unternehmen und Fachkräften. Denn für viele projektbezogene Einsätze können spezialisierte Unternehmen aus dem EU-Ausland grenzüberschreitend genau dort einspringen, wo gerade Kompetenzen benötigt werden. Dadurch können Qualifikationen verfügbar werden, die regional gerade schwer zu finden sind. Wer seinen Fachkräftepool nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen betrachtet, schränkt seine verfügbaren Möglichkeiten erheblich ein. Viele Teams sind bereits seit einigen Jahren international tätig und haben wertvolle Erfahrungen bei Industrie- und Bauprojekten in Europa gesammelt. Gerade die Erfahrung mit grenzüberschreitenden Montageprojekten kann ein großer Vorteil sein.
Je nach Herkunftsland kann außerdem ein anderer Ausbildungshintergrund bestehen. Deshalb ist es wichtig, die tatsächliche Qualifikation und Erfahrung zu prüfen und nicht nur die reine Berufsbezeichnung. Slowenien und Kroatien sind dabei zwei interessante Herkunftsländer für den Fachkräftepool in Deutschland und Österreich. Allein die geografische Nähe erleichtert grenzüberschreitende Projekteinsätze. Auch die berufliche Ausbildung verbindet in beiden Ländern theoretische Inhalte mit praktischen Elementen. So gibt es dort eine Vielzahl an Ausbildungsmodellen, bei denen ein großer Teil der Ausbildung direkt beim Betrieb vor Ort erlangt wird. Somit werden neue Fachkräfte nach der Ausbildung nicht einfach „ins kalte Wasser geworfen“, da sie bereits praktische Erfahrung sammeln konnten.
Für Auftraggeber bleibt dennoch die individuelle Erfahrung entscheidend: Nicht die Herkunft einer Fachkraft bestimmt ihre Eignung, sondern ihre Ausbildung, Spezialisierung, praktische Erfahrung und die Anforderungen des konkreten Projekts.
👉 Lesetipp: Warum Fachkräfte aus Slowenien und Kroatien bei Unternehmen in Deutschland und Österreich so gefragt sind und welche Vorteile sie bei grenzüberschreitenden Projekten mitbringen können, erfahren Sie in unserem Beitrag „Fachkräfte aus Slowenien und Kroatien: Warum sie in der DACH-Region so gefragt sind“.
Fazit: Der Fachkräftebedarf der Zukunft – Spezialisierung wird immer wichtiger
Der Fachkräftemangel wird Unternehmen voraussichtlich noch länger beschäftigen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Fachkräfte: Technische Anlagen und Projekte werden immer komplexer und Automatisierung, Digitalisierung sowie neue Technologien verändern das Tätigkeitsprofil zunehmend. Dadurch gewinnen Spezialisierung und praktische Erfahrung immer mehr an Bedeutung.
Die reine Berufsbezeichnung wird künftig noch weniger darüber aussagen, ob jemand für ein konkretes Projekt geeignet ist oder nicht. Unternehmen sollten daher ihren Fachkräftebedarf möglichst präzise definieren. Einfach nur „mehr Personal“ zu suchen ist definitiv zu wenig. Vielmehr muss gezielt nach den richtigen Fachkräften mit den richtigen Qualifikationen gesucht werden – am besten auch über die Landesgrenzen hinaus.
Montexa bringt Unternehmen in Deutschland und Österreich mit spezialisierten Subunternehmen und Montageteams aus verschiedenen technischen Gewerken zusammen. Sie benötigen qualifizierte Fachkräfte für Ihr nächstes Projekt? Kontaktieren Sie uns gerne mit Ihrem aktuellen Bedarf.
FAQ – Häufige Fragen zu Fachkräften und Gewerken
Welche Fachkräfte werden in Industrie und Handwerk besonders benötigt?
Besonders gefragt sind unter anderem Elektriker, HKLS-Fachkräfte, Schweißer, Metallbauer, Anlagenbauer und erfahrene Monteure.
Wann sind externe Montageteams sinnvoll?
Vor allem bei Auftragsspitzen, kurzfristigen Engpässen, Großprojekten oder vorübergehend erhöhtem Fachkräftebedarf.
Warum reicht die Berufsbezeichnung allein nicht aus?
Weil sich Fachkräfte innerhalb eines Berufs stark spezialisieren können. Entscheidend sind die tatsächliche Erfahrung und die benötigten Fähigkeiten.
Können auch Fachkräfte aus anderen EU-Ländern eingesetzt werden?
Ja. Internationale Fachkräfte und Montageteams können den verfügbaren Fachkräftepool erheblich erweitern.
Was zeichnet ein gutes Montageteam aus?
Passende Qualifikationen, praktische Erfahrung und eine auf das konkrete Projekt abgestimmte Teamzusammensetzung.
Warum wird Spezialisierung bei Fachkräften immer wichtiger?
Weil technische Anlagen und Projekte komplexer werden und zunehmend spezifische Kenntnisse und praktische Erfahrung erfordern.



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